Dienstag, 17. September 2013

Sensation: Friedenauer Schreibstube in Nauen!

Am kommenden Freitag, 20. September 2013 werde ich in Nauen lesen, und zwar ab 18:30 Uhr gemeinsam mit meiner lieben Freundin und Kollegin Gabriele Helbig in der "Kantina Elena", Mittelstraße 27. Das ist ein überaus freundlicher gastlicher Ort, wo internationale Hausmannskost serviert wird, meistens in Bioqualität und zu sehr zivilen Preisen.

Wir werden als "Gabriele und Gabriele" antreten und können durchaus weitere Gemeinsamkeiten bieten. Wir tragen nicht nur denselben Vornamen, sondern sind beide Autorinnen, verstehen uns ziemlich gut und teilen ein paar Vorlieben. Eine dieser Vorlieben ist die für gutes Essen, und deshalb gibt es im Anschluss ein schönes Abendbufett.

Gabi liest aus ihrem kürzlich veröffentlichten Roman "Nur mein Bestes ... doch das bekommst du nicht". Das ist ein prima Buch über Liebe, Freundschaft und Facebook. Es gibt ein bisschen Krimifeeling, einen Hauch Romantik und vor allem jede Menge Spaß.

Ich lese aus dem "Ratgeber für den faulen Haushalt" - ein Buch, in dem genau das drin ist, was draufsteht: Es handelt davon, wie man mit wenig Aufwand und viel Humor den Haushalt in den Griff bekommt, inklusive aller relevanten Themen, vom Einzug bis zur Entrümpelung, vom Putzen und Wäschewaschen bis zum Kochen und zur Party für 25 Leute. 

Natürlich kann man hinterher mit uns übers Schreiben, übers Lesen und über alles mögliche andere reden, und man kann die Bücher erwerben - auf Wunsch mit persönlicher Widmung! 

Lesung und Bufett gibt es zusammen für 20 Euro - Vorbestellungen sind unbedingt erbeten, und zwar telefonisch unter 03321 8296505 oder per E-Mail unter info@kantina-elena.de.

Wir freuen uns schon sehr!



Sonntag, 15. September 2013

Sonntagsfrühstück

Gestern Abend habe ich zum ersten Mal "Big Brother" gesehen. Das Ganze nennt sich Promi-Big Brother, vermutlich um den Voyeurismus- und Schadenfreude-Faktor zu steigern. Ich hatte vorher darüber gelesen und mich trieb die Neugier an, ob das Format sich für einen gemütlichen Trash-Abend mit Leuten eignet, mit denen wir beim "Dschungelcamp" oder zum "European Song Contest" viel Spaß hatten.

Ich war verblüfft: Zunächst einmal sieht die Innendekoration aus, als ob eine Horde pubertierender 14-Jähriger ihre Lehrerin für Bildnerisches Gestalten mal so richtig provozieren wollte. Dass die Innendekoration tatsächlich das Aufregendste bleiben sollte, hat mich dann aber tatsächlich überrascht.

Cindy aus Marzahn und Oliver Pocher, mit denen ich normalerweise eher weniger anfangen kann, mussten als Moderatoren langweilige Sätze sagen, die ihnen von offenkundig lustlosen Textern in den Mund gelegt wurden. Was da an Gags herauströpfelte, hielt sich in sehr engen Grenzen und wurde auch noch überstrapaziert. 

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten für das Konzept einer solchen Sendung:

1. Ich verlasse mich auf die Moderatoren, nehme die klügsten und witzigsten und mache sie zu Hauptfiguren, z. B. indem ich ihnen Gelegenheit gebe, mit ihren Fähigkeiten zu brillieren, sich gegenseitig die Bälle zuzuspielen und richtig die Sau rauszulassen.

Sowas können die beiden nicht. Sie sind keine Moderatoren, sondern Witzeerzähler. Und vor allem sind sie keine Teamplayer. Sie wirken weder besonders klug noch besonders witzig, sondern einfach nur statisch, zwei monolithische Gestalten, die durch ein hoffentlich großzügiges Honorar zu einer Zweckgemeinschaft geformt wurden, die beiden wenig Spaß zu machen scheint.

2. Ich verlasse mich auf die Kandidaten, wähle die klügsten und witzigsten ... etc. (siehe oben).

Sowas können aber die Kandidaten nicht. Ich möchte hier nicht auf dem bereits ausgelatschten Spruch herumtreten, dass diese Prominenten nicht prominent seien, sondern ich möchte beschreiben, was ich gesehen habe: Und das waren ein paar eher uninteressante Menschen, die von finanziellen Problemen und/oder mangelnder Beschäftigung gebeutelt werden und die von der Aussicht auf ein hoffentlich großzügiges Honorar angetrieben werden, sich zum Affen zu machen.

Der Unterschied zwischen dem verschuldeten Hartz IV-Empfänger Heini Pipulke und diesen Leuten ist hauptsächlich, dass die Kandidaten aufgrund ihrer vormaligen oder marginal bestehenden Bekanntheit eine gewisse Eitelkeit und daraus folgend die Gier nach öffentlicher Aufmerksamkeit entwickelt haben, ohne die sie nur schwer zurechtkommen. Wenn sich die gestrigen Kandidaten allerdings tatsächlich versprechen, dass sie aufgrund dieser Sendung ihr Image bzw. ihre Reputation verbessern könnten, dann spricht das weder für ihre Intelligenz noch für ihr Wirklichkeitsempfinden. Vermutlich hat eine Gestalt wie David Hasselhoff noch mal eine Schippe Geld zusätzlich zum Grundhonorar bekommen, aber ob das, wie gewünscht, die Motivation steigert, ist zu bezweifeln. 

So weit, so schlecht. Die Sendung scheint mir, im Gegensatz zu "Ich bin ein Star - holt mich hier raus", lieblos produziert und grottig schlecht gemacht. Als Ursache vermute ich ein paar zynische Redakteure, die ihr Publikum für genauso dämlich halten wie ihre Kandidaten. Dass es von Seiten des Senders auch noch Angebote gibt, mit denen man - gegen eine entsprechende Gebühr, versteht sich - den Kandidaten per Livestream nach der Sendung noch ein bisschen zuschauen kann, passt ins Bild. Es ist zu hoffen, dass die Kandidaten von dieser offenkundigen Prostitution wenigstens einen finanziellen Nutzen haben, so dass sie motiviert sind, sich angemessen zu produzieren. 

Ich habe nach zwanzig Minuten umgeschaltet. Sorry, Leute! Das war weder lehrreich noch interessant und vor allem war es nicht lustig. Trashfaktor gleich Null. Also nix für mich.

Montag, 9. September 2013

Marketingtipps für Schreibende - Teil 2

Öffentlichkeitsarbeit für Buchautorinnen und -autoren - heute: Rezensionsexemplare
Seit der Veröffentlichung von Teil 1 habe ich mit vielen Autorinnen und Autoren gesprochen. Fast alle, die in einem klassischen Buchverlag veröffentlicht haben, beklagen sich über die PR ihres Verlages. Und das hört sich dann ungefähr so an: 
"Die machen GAR nichts!"
"Wenn ich mich nicht selbst drum kümmern würde, würde ich kein einziges Buch verkaufen!" "Die paar Zeitungsberichte, die über mich erschienen sind, hab ich alle selbst angeleiert." 
"Der Verlag verschickt nicht mal Rezensionsexemplare!"

Hier klaffen Erwartungshaltung und Realität in erschütternder Form auseinander. Auf der einen Seite steht ein junger (= unerfahrener) Autor, der zu Anfang überglücklich war, überhaupt einen Verlag gefunden zu haben. Jetzt ist das Buch auf dem Markt, doch statt Weltruhm und täglichen Berichten in allen (!) wichtigen Medien ... nichts, nada, niente! Schlimm genug, dass das Buch in keiner Buchhandlung zu finden ist, aber es gibt auch kaum Rezensionen. Einmal in der Woche wird gegoogelt, und jede neue Rezension führt dazu, dass der hoffnungsvolle Jungautor mit zitternden Fingerchen sofort die Verkaufszahlen auf Amazon aufruft. Denn nach einer positiven Rezension müssen die Bücher doch endlich weggehen wie warme Semmeln, oder?

Antwort: Nein!

Kaum ist das Buch ein paar Monate draußen, ist der hoffnungsvolle Jungautor nicht mehr hoffnungsvoll, sondern frustriert. Er hat meinen Rat aus Teil 1 befolgt und Postkarten drucken lassen, doch die Verkaufszahlen dümpeln immer noch vor sich hin. Die 25 Miniplakate (siehe ebenfalls Teil 1) und die ca. 850 Postkarten (dito, der Autor hat nach 150 verteilten Karten die Lust verloren) verstauben im Regal. Bei Amazon sind nur 17 Exemplare neu zu haben und höchstens zwei auf Lager. Und - besondere Schweinerei! - es gibt sogar schon ein gebrauchtes Exemplar. Ein Stich ins Herz des Autors. (Hier gibt jemand mein Buch weg! Warum hat es ihm nicht gefallen? Wer war das? Ist das womöglich jemand, den ich kenne?)

Der Verlag meldet sich mit unwilligen Kurzantworten oder überhaupt nicht auf drängende E-Mails mit dem Wunsch nach Großplakatierung und Werbeanzeigen. Überhaupt: Warum ist im Spiegel keine Rezension erschienen? Niemand kümmert sich um ihn, und statt des erwarteten literarischen Triumphes  - oder wenigstens einer kleinen Anerkennung in Form von mehreren (vielen) tausend verkauften Büchern - muss sich der hoffnungsvolle Jungautor mit dem Gefühl anfreunden, dass sich offenbar niemand für ihn und für sein Buch interessiert.

Und jetzt kommt der Schock: Das alles ist vollkommen normal, absolut in Ordnung und kein Grund, sich zu grämen. Kein Verlag dieser Erde verkauft absichtlich keine Bücher. Wenn das Buch nicht weggeht, befindet es sich in bester Gesellschaft, denn von 10 veröffentlichten Büchern spielt im Durchschnitt eines seine Kosten ein. Das wissen die Verlage natürlich. Wenn ein Buch schlecht startet, wird sich das im Normalfall nicht mehr ändern. Deshalb hält der Verlag die Kosten niedrig. Ein neuer Autor in einem klassischen Buchverlag bringt meistens erst mit seinem dritten oder vierten Buch Geld ins Haus. Der vormals hoffnungsvolle Jungautor war also hoffentlich so schlau weiterzuschreiben. Im Idealfall ist sein neues Manuskript schon fertig, und dann geht das Spielchen von vorne los.

Also: Wie kann der Jungautor selbst dazu beitragen, die Verkaufszahlen seiner Bücher nachträglich zu steigern? Auf welche Weise kann er mit einfachen Mitteln effektiv und möglichst preisgünstig Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache betreiben?

Hierzu ein paar Merksätze:

1. Wer Erfolg haben will, darf nicht schüchtern sein.
2. PR ist was Gutes und nichts, was einem peinlich sein muss.
3. Es ist schwieriger, nachträglich für Aufmerksamkeit zu sorgen als im Vorfeld einer Veröffentlichung.

Wir lassen das erstmal so stehen und kümmern uns um die harten Fakten, als da sind: kaufmännische Grundlagen, also Kosten-Nutzen-Rechnung.

Warum der Versand von Rezensionsexemplaren an Buchportale sinnlos ist:
Eigentlich eine schöne Idee: Ich schicke mein Buch an einen netten Menschen, der was Nettes darüber schreiben soll. Das Ganze erscheint im Internet auf der Seite Schmuseschmökern mit Gabylein, und dann verkauft sich mein Buch wie geschnitten Brot. (Habe mir übrigens soeben auf Wordpress den Blog Schmuseschmökern eingerichtet, Hintergrund selbstverständlich in Pink. Ich erwarte viele Rezensionsexemplare!)

Irrtum Nummer 1: Es werden Bücher verkauft, weil Gabylein über Dein Buch schreibt. 
Von 1000 Leuten, die eine Rezension lesen, kaufen höchstens ein oder zwei das Buch. Gut laufende Blogs haben vielleicht 10.000 Klicks pro Monat, und zwar inklusive aller Beiträge. Neue Beiträge bringen an den ersten beiden Tagen 100 bis 500 Klicks, danach geht's steil bergab. Nach einer Woche sind wir bei 10 Klicks oder weniger pro Tag für die schöne Rezension angekommen, durch die der hoffnungsvolle Jungautor zusätzlich etwa 3 bis 5 Bücher verkauft hat.  

Aufwand: ein Autorenexemplar seines Buches (30 % Autorenrabatt) + Porto (Büchersendung!), Briefumschlag + Arbeitszeit. Bei einem geschätzten Verkaufspreis von 10 Euro pro Buch müsste er ca. 8 Euro hereinbekommen, um kostenmäßig wenigstens bei Null zu stehen. Hierbei handelt es sich nur um die tatsächlichen Kosten (wie üblich ohne Berechnung der Arbeitszeit). Das entspricht bei einem Honorar von 5 % pro verkauftem Buch (bei 10 Euro = 50 Cent) dem Verkauf von 16 Büchern. Und das ist viel! Zumal diese zusätzlichen 16 Bücher innerhalb einer Woche verkauft werden sollten bzw. bis die nächste Rezension auf dem betreffenden Portal erscheint. Und selbst bei 16 zusätzlich verkauften Büchern hätte der Autor immer noch keinen Cent verdient ...

Merke: Rezensionsexemplare verschicken kostet Geld und bringt keins. Wenn Du allerdings scharf bist auf freundliche Buchbesprechungen, dann verschick ruhig weiter Deine Bücher. Aber nur dann - also nicht zum Geldverdienen!

Irrtum Nummer 2: Positive Amazon-Rezensionen sind wichtig. 
Amazon-Rezensionen sind gut, aber sie haben nach meiner Erfahrung keinen direkten Einfluss auf die Verkaufszahlen. Ein Buch, das sich wirklich gut verkauft, hat im Handumdrehen 50 bis 100 Rezensionen auf Amazon. Ein Buch, das sich schlecht verkauft, hat oft deutlich weniger Rezensionen und wird sich auch durch 50 oder 500 positive Rezensionen nicht besser verkaufen. Woran liegt das?

So wichtig Amazon für den Buchmarkt ist: Die meisten Autoren überschätzen die Wirkung von Rezensionen. Denn negative Kritiken führen niemals dazu, dass ein Buch sich schlechter verkauft! Mit Theater- und Filmkritiken ist es ähnlich. Wie haben sich die zahllosen Verrisse zu den großen Publikumshits der letzten Jahre auf die Publikumszahlen ausgewirkt? - Richtig: überhaupt nicht! Die Menschen stehen Schlange für die Til-Schweiger-Filme, auch wenn die Kritik sie in Grund und Boden verdammt. Wenn ein Film, ein Theaterstück, ein Buch geliebt wird, dann ist es vollkommen mumpe, ob die Kritiken gut oder schlecht sind. Und wenn ein Film, ein Theaterstück, ein Buch nicht läuft, dann werden die Kritiken daran nichts ändern. Sie können im Vorfeld für mehr Aufmerksamkeit sorgen, neugierig machen und im besten Fall die Entscheidung für das Produkt erleichtern. Rezensionen sind also lediglich Teil einer Strategie, aber nicht die Strategie selbst. 

Wozu sind Rezensionen dann überhaupt gut? Ganz einfach: Im Vorfeld einer Veröffentlichung helfen positive Kritiken, am besten von angesehenen Rezensenten, um das Buch am Markt zu platzieren und eine günstige Ausgangsposition zu schaffen. Positive Rezensionen sind vor allem dafür da, dass man sie zitieren kann. Das ist z. B. gut für (siehe Teil 1) Plakate, für Postkarten und/oder für Pressemitteilungen, für das eigene Autorenportal im Netz oder für die Facebookseite. 

Und darum geht es dann beim nächsten Mal.
Bis dahin gutes Gelingen und viel Erfolg!


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Fotos: Gabriele Sikorski, alle Rechte bei der Autorin