Samstag, 22. Juni 2013

Buchpremiere am 23. Juni in Berlin: ZEIT DER SCHWEINE von Pavol Lesný





Ich kenne und schätze den Autor Pavol Lesný seit vielen Jahren. Sein erstes Buch MADINA war eine der ersten Veröffentlichungen im MyStory Verlag, die ich mitbetreuen durfte, und Pavol Lesný sprach schon damals davon, dass er an einem Roman über seine Jugend arbeitete, der aber leider nicht so recht fertig werden wollte. Einmal habe ich in seinem Romanmanuskript lesen dürfen und war schon von der Kostprobe hingerissen. 

Und nun ist es so weit: Der Roman erscheint - wieder im MyStory Verlag, und wieder durfte ich bei der Entstehung mitwirken. Das Buch trägt den wunderbaren Titel ZEIT DER SCHWEINE, der so viel zu tun hat mit der Jugend des Autors und mit der Zeit, in der er erwachsen wurde, damals in den Siebziger Jahren in der CSSR. 

Pavol Lesný hat Bratislava verlassen und in Berlin eine neue Heimat gefunden. Er ist sicherlich ein wenig weiser geworden seitdem, vielleicht noch pfiffiger und auf jeden Fall ein bisschen ruhiger, aber leider ist er auch nicht mehr so gesund wie der kraftstrotzende, mutige Judokämpfer, der er einmal war. Auch davon handelt dieses Buch, und vielleicht hätte Pavol Lesný es nie fertiggeschrieben, wenn er vor einigen Jahren nicht dank, sondern trotz der Behandlung seiner Ärzte eine schwere Krankheit überlebt hätte ... ein Grund, sich zu erinnern, sich auseinanderzusetzen mit dem eigenen Leben. Aber Pavol Lesný ist ein Optimist. Er beklagt nicht sein Schicksal, er ist ein großartiger, witziger Erzähler, der lakonisch und mit viel Ironie davon erzählt, wie eins zum anderen kam und wie aus einem braven Jungen einer wurde, der jede Form von Gängelei und Bürokratie zu hassen wusste und damit ein System, das ihm seine große Liebe ebenso raubte wie seine berufliche Zukunft.

Was für ein toller Typ!, möchte man rufen, wenn man von den listigen Ideen des scheinbar naiven Jungen liest, der sich mit dem Mut der Verzweiflung gegen real sozialistische Apparatschiks zur Wehr setzt. So realistisch und lebendig, dass man sich zurückversetzt fühlt in die Siebziger Jahre. Tatsächlich steckt viel Zeitgeist in diesem autobiographisch geprägten Werk, das vom Erwachsenwerden, vom Leben mit und ohne Familie, von der Sehnsucht nach Freiheit und von der Erfüllbarkeit unserer Träume handelt. 

DIE ZEIT DER SCHWEINE ist eine wunderbar komische und trotzdem sehr ernsthafte Hymne an die Menschlichkeit und an die Liebe. Ich habe dieses Buch verschlungen und mag es sehr, sehr gern.

Morgen ist die Buchpremiere. Ich werde da sein. Alles Gute, Pavol Lesný und: Ahoi!

Wer Zeit und Lust hat, mit dem Autor und uns die Buchpremiere zu feiern, kommt einfach 

am Sonntag, 23. Juni um 17:00 Uhr
ins Pianocafé am Lietzensee
Neue Kantstraße 20 in 14057 Berlin

Es gibt eine Lesung, ein bisschen Musik und die Möglichkeit, sich die ersten Verlagsexemplare vom Autor persönlich signieren zu lassen.







Mittwoch, 19. Juni 2013

Fundbüro - die größten Netzklopse

Aus einer Umfrage der Bewertungsplattform Qype (demnächst: Yelp):

"4. Wie viel Gewinn bleibt Ihnen von jeden 10€ die im Verkauf verdient wurden? (Beispiele: Als Besitzer einer Boutique verkaufen Sie ein T-Shirt für 10€, für das Sie im Großhandel 6€ bezahlt haben. Das heisst, es bleiben Ihnen davon 4€ Gewinn. Oder, als freischaffender Klavierlehrer berechnen Sie 10€ pro Stunde. Die Klavierstunde kostet Sie allerdings nichts, daher beträgt Ihr Gewinn auch 10€)"

Ich sehe schon die zahllosen Klavierlehrer vor mir, die mit Tränen der Dankbarkeit in den Augen zur Kenntnis nehmen, dass sie pro Stunde ganze 10 Euro für sich behalten dürfen, denn so eine Klavierstunde kostet ja nichts ...

Und die vielen Boutiquebesitzer erst, die sich an ihren T-Shirts dumm und dusselig verdienen. Haben wir's nicht eigentlich immer schon gewusst? Ey, Alda, die ziehn hier die fette Kohle ab!

Oh, vormals verehrtes Qype-Team, da hast Du Dir ein feines Hupferl fürs Totenbett gebastelt, das vermutlich von der künftigen Mutterkrake Yelp in Auftrag gegeben wurde. Da laufen sie nun auf Deinem sinkenden Schiff herum, lauter possierliche Wesen mit vermutlich originellen Frisuren, interessanten Nagellackfarben und hohlen Köpfchen, denn offenbar haben die letzten denkfähigen Wesen die Qypanic längst verlassen. Und leider ist auch niemand mehr da, der Korrektur lesen kann. Nur lauter Kevins ... 

Mal abgesehen von den wenig charmanten Mängeln in Ausdruck, Rechtschreibung und Zeichensetzung, Qype, Kevin, seid ihr denn von allen guten Mathegeistern verlassen? Habt ihr jemals was von Kalkulation gehört, von Einnahmeüberschussrechnung, von Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben, von Vorsteuerabzugsberechtigung und womöglich von Bilanzen? Ach, das ist doch alles doof und uncool, Alda? Und so kompelz schwirig ***gähn***?

Boah, ey, Alda, es kann doch alles so einfach sein, und endlich wissen wir, wie's geht. Bei Qype sitzen die Ökonomen der Zukunft: unsere Kevins.

Und weil es gar so schön ist, dazu passend ein Lieblingssong: