Mittwoch, 31. Oktober 2012

Textgeschluder

Verkehrt, bekloppt, bescheuert - Unwörter im Alltag
Einige Wortbildungen der letzten Jahre treiben mich immer wieder zur Verzweiflung. Wie kann man so ein irreführendes Wort wie Flugananas erfinden?
Ich habe es ausprobiert: Die Dinger können überhaupt nicht fliegen! Nicht mal über kurze Strecken. Sie können nur fallen. Ich habe in meinem bevorzugten Obst- und Gemüseladen eine angebliche Flugananas lediglich in Brusthöhe mit ausgestrecktem rechten Arm gehalten und losgelassen. Sie zeigte ein sehr schlechtes Flugverhalten, das heißt: Sie plumpste einfach zu Boden bzw. sie wäre auf den Boden gefallen, wenn der Gemüsedealer sie nicht mit einem schnellen Sprung, den er vom American Football abgekuckt haben musste, kurz vor dem Aufprall gefangen hätte. 
Also: Flugananas - ohne mich!

Dienstag, 16. Oktober 2012

Dürerkiez und Malerviertel


Breslauer Platz – BÜRGER PLANEN MIT
Der Breslauer Platz mit seinem Wochenmarkt und den vielen Geschäften, Restaurants und Cafés in der Umgebung könnte das Zentrum Friedenaus sein. Könnte, denn er ist es nicht ...  Tatsächlich ist der Platz wenig einladend: vom Verkehr umbrandet, fast ohne Grün und praktisch vollkommen zubetoniert, häufig vollgemüllt. Nur zu den Marktzeiten wird es hier lebendig und interessant.

Umso schöner, dass das Bezirksamt mit Hilfe der Bürgerinnen und Bürger eine Neugestaltung des Platzes plant! In Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative Breslauer Platz soll ein einladender Treffpunkt für Berliner und ihre Gäste entstehen. 

Dazu findet am 20. Oktober von 11 bis 14 Uhr auf dem Wochenmarkt am Breslauer Platz eine Informationsveranstaltung des Bezirksamtes statt, zu der alle Interessierten eingeladen sind. Alle sind aufgerufen, dieses gemeinschaftliche Projekt mit ihren Ideen zu bereichern. 


Sonntag, 14. Oktober 2012

Neues aus der Texterei

Doofdeutsch im Kommen?
Seit Neuestem häufen sich wieder inhaltslose Formulierungen, auch Floskeln genannt, in Bei- und Vorträgen, Artikeln, Skripten, Berichten und Buchmanuskripten, die im Lektoratsbüro landen. Und dabei hatte ich gehofft, im Zeitalter elektronischer Medien hätte endlich auch der größte Depp/die größte Deppin gelernt, dass sich niemand mehr mit sinnlosem Gequalle abgeben will. So kann man sich irren! 

Hier eine kleine Auswahl der beliebtesten Doofdeutsch-Formulierungen:


"Ich bin ganz bei Ihnen." (Haha, das glaub ich nicht!)

"Wir holen den Kunden ab, wo er steht." (Menno, seit den 90ern ausgelutscht, wo denn sonst?)

"Wir brauchen eine Win-win-Strategie." (Wird meist falsch verwendet, nämlich nicht - wie ursprünglich gemeint - zur Konfliktlösung, sondern als eine Art Doppelsieg: Man gewinnt zweimal, und die anderen sind Neese!)

"Sorgfältiger Umgang mit Ressourcen betrachtet nicht nur wirtschaftliche Aspekte ..." (Ach, jetzt kann er kieken, der Umgang?)

"Es wurde explorativ vorgegangen." (Übersetzung: Wir haben einfach mal irgendwas gemacht und abgewartet, was passiert.)

"Wir bewegen es in unserem Herzen ..." 
(Übersetzung: Es interessiert uns nicht für 2,5 Cent, wir machen sowieso, was wir wollen.)

"Eine abschließende Bewertung ist aufgrund der Faktenlage nicht möglich." 
(Übersetzung: Wir haben keine Ahnung, was das alles bedeutet.)

Die Sammlung wird fortgesetzt - weitere Beiträge sind erwünscht!

Hier übrigens ein schöner Floskelgenerator: 




Samstag, 13. Oktober 2012

Out of Friedenau - die Schreibstube unterwegs

Ab in die Markthalle 9 - die alte Adresse in SO 36 erweist sich immer mehr als Treffpunkt für Anhänger einer regionalen und saisonalen Genusskultur: In der Eisenbahnstr. 42/43 trifft man sich heute zwischen 9:00 und 16:00 Uhr zum Apfelfest! Es darf geschlemmt werden ...

Und morgen, am Sonntag, gibt es von 11:00 bis 18:00 Uhr wieder den HANDMADE SUPERMARKET:, der zurzeit alle zwei Wochen stattfindet: ein Markt für handgemachte, fair gehandelte Produkte. Hier kann man vom Keks bis zum Handschuh, von der Marmelade bis zu Kinderkleidung alles bekommen, was das Herz begehrt und in Handarbeit entstanden ist. Viele der angebotenen Produkte werden übrigens in Berlin hergestellt - kleiner Tipp für ein originelles Berlin-Souvenir?




Freitag, 5. Oktober 2012

Out of Friedenau - die Schreibstube unterwegs


Super-Tipp für Musikfans und Berlingäste - Eintritt kostenlos!
Unter dem Motto „Endlich 100“ lädt das Orchester der Deutschen Oper Berlin am 7. Oktober zu einem großen Konzertprogramm. Start ist um 11 Uhr im Restaurant des Hauses mit einem „Opening Jam“ von „Jazz & Breakfast“. Von 13 bis 16.30 Uhr treten in den Foyers viele Orchesterformationen auf, zu denen sich die Musiker der Deutschen Oper zusammengefunden haben, z. B. das Posaunenquartett, die 10 Cellisten, das Ensemble „Saitenzauber“, ein Oboenensemble, ein Streichsextett, Symphonic Percussion Berlin, das Kammerensemble Classic, ein Violinensemble und das Resonare Quartett. 

Auch Generalmusikdirektor Donald Runnicles gibt sich zusammen mit seiner Frau, Adelle Eslinger-Runnicles, die Ehre: Gemeinsam sind sie vierhändig am Klavier zu erleben. Das „Klingende Museum Berlin“ bietet für Kinder ab fünf Jahre von 14 bis 16 Uhr Instrumenten-Workshops an. 


Ab 17.30 Uhr spielt das Salonorchester im Restaurant zum Tanztee auf. Der Eintritt zu den Konzerten und zum Workshop ist kostenlos.

Out of Friedenau - die Schreibstube unterwegs

Tipp für Kunst- und Literaturfans am Wochenende!
Im Centre Bagatelle in Frohnau, Zeltinger Straße 6, ist am Samstag, 6. Oktober von 15:00 bis 18:00 Uhr Bücher- und Bildermarkt mit Trödeltisch, Kaffee und Kuchen. Ein echtes Ereignis! Denn hier werden Spenden für das Kulturhaus Centre Bagatelle gesammelt, eine Frohnauer Kulturinitiative, die das ganze Jahr über ein tolles Programm präsentiert: Musikabende, Kindertheater, Vorträge, Kino und vieles mehr.

Für den Kunst- und Trödelmarkt entrümpelt ganz Frohnau die Schränke und Dachböden - hier lässt sich manches Schnäppchen entdecken. Legendär sind auch die unfassbar leckeren, selbst gebackenen Kuchen und Torten. Der Eintritt ist frei.

Montag, 1. Oktober 2012

Neues aus der Texterei

Meine Adjektive und ich - Schreibtipps für Schreibende
Menschen, die mit dem Schreiben anfangen - vom Kind über die Studentin bis zum Jungautor - glauben häufig, dass sich ein gelungener Text vor allem durch die großzügige Verwendung von Adjektiven (Eigenschaftswörtern) auszeichnet. Ich erinnere mich, dass meine diversen Deutschlehrerinnen stets erfreut, manchmal geradezu euphorisch darauf reagierten, wenn ich ein Substantiv (Hauptwort, Nomen) gleich mit zwei Adjektiven kombinierte. Da wurde aus dem Sommertag ein schöner, warmer Sommertag, was ja eigentlich nichts besonderes ist, und eine Katastrophe war schrecklich und unvorhergesehen - also im Grunde eine ganz und gar normale Katastrophe, so wie sie jeden Tag hundert- oder tausendfach über uns hereinbricht. "Die liebe, alte Großmutter ging mit ihrer braven, kleinen Enkeltochter durch den großen, grünen Wald." - Gähn! Da sehnt man doch die unvorhergesehene und schreckliche Katastrophe nahezu herbei! Dieses Phänomen der übertriebenen Verwendung von Eigenschaftswörtern bezeichnen wir in Fachkreisen als "Adjektivitis". 

Nun spricht natürlich nichts gegen Adjektive. Man sollte sie allerdings sparsam und gezielt einsetzen. Adjektive, die nur dazu dienen, etwas Alltägliches auf alltägliche Weise zu beschreiben, kann und sollte man weglassen oder zumindest darüber nachdenken, ob sie wirklich notwendig sind. Einige Beispiele für diese floskelhafte Sprache: die breite Öffentlichkeit, die warme Sonne, das kleine Häuschen, das niedliche Kätzchen ... 

Beim Schreiben sollte es unser Ziel sein, das Besondere zu beschreiben und nicht das Gewöhnliche. Also sind vor allem treffende Adjektive gefragt, auch wenn es vielleicht etwas länger dauert, bis man das passende Wort gefunden hat. In der Zusammenarbeit mit Autorinnen und Autoren, die unter schwerer Adjektivitis leiden, gehe ich manchmal so weit, dass ich ihnen untersage, folgende Adjektive zu benutzen: groß, klein, schön, neu, alt, viel, wenig - je nachdem, welche Wörter auffällig häufig bzw. inflationär in ihren Texten auftreten. 

Hier kann neben einem Synonymwörterbuch die Tastenkombination shift/F7 wertvolle Dienste beim Schreiben am PC leisten: Sie führt zum Thesaurus, dem eingebauten Synonymwörterbuch in Word. Einfach ein Wort markieren, shift/F7 drücken, und schon öffnet sich ein Fenster mit Synonymen. "shift" ist übrigens die Taste für die Großschreibung ...

Also: viel Spaß beim Überarbeiten!