Dienstag, 17. April 2012

Bitte unterschreiben!


Es wäre eine Schande für uns alle, die wir uns kulturell engagieren, wenn wir es zuließen, dass das GRIPS schließen muss!

Unterschreibt die Online-Petition. Hier ist der Link:
http://openpetition.de/petition/online/berlin-braucht-grips-eltern-fordern-erhalt-des-beruehmten-kinder-und-jugendtheaters

Sonntag, 15. April 2012

Die Schreibstube unterwegs ...

Sofort nach dem Eintritt in diesen Luxus-Bombast-Laden, der zum Karstadt-Konzern ungefähr so perfekt passt wie eine Heizdecke zum Straßenpenner, sollte man jeden Gedanken daran aufgeben, dass man hier innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens das finden könnte, was man sucht. 
Die zuständigen Center-Spezialisten haben sich irrsinnige Mühe gegeben, neueste Marketingstrategien mit den Erfahrungen aus der Forschung mit Rattenlabyrinthen zu kombinieren. Dagegen ist IKEA mit seinen mittlerweile offen (!!!) kenntlichen Abkürzungen ein Wunder an Kundenfreundlichkeit. So sind hier auch Fahrtreppen Mangelware. Wer den Eingang von der Schlossstraße wählt (verständliche, aber dämliche Idee!), kann sich nach dem Passieren einer Unmenge von Accessoires schließlich bis zur Rolltreppe durchschlagen - wer hätte gedacht, dass es so viele Tücher und Schals gibt, von den Schaltüchern und den Tücherschals ganz abgesehen!

Die Fahrt ins Tiefgeschoss Richtung Lebensmittelabteilung endet dann auch - marketinglogisch fundiert - nicht an der Lebensmittelabteilung, die man in der Ferne nur erahnen kann. Bis man dort angekommen ist, gilt es erstmal Hausrat, Porzellan, Töpfe, Pfannen und weißnichwasnoch zu passieren. Das ist vielleicht was für den "Shopping-Genießer", von dem man immer wieder liest, den aber niemals jemand kennengelernt hat. Darunter versteht man wohl Menschen, die einfach so in Kaufhäuser gehen, um sich alles anzukucken und die dann mit einem Haufen Krempel, den sie nicht brauchen, nur wenige Minuten später arm, aber glücklich wieder auf die Straße treten. Um es ein für alle Mal zu klären: Ich gehöre nicht zu diesen Menschen. Wenn ich wo einkaufen gehe, dann weiß ich, was ich will. Und ich reagiere sehr empfindsam auf Versuche, mich von dieser Grundeinstellung abzubringen.
Schließlich ist die lotterleere Lebensmittelabteilung dann doch erreicht. Kurzes Aufatmen, das durch intensiven Käsegeruch aus verschiedenen Verkaufstheken gestoppt wird. Offenbar haben die Marketingspezialisten für Berliner, insbesondere Steglitzer, einen starken Drang zu Stinkekäse ermittelt. Auch hier gehöre ich nicht zum Zielpublikum. Spätestens dieser penetrante Brodem hält mich davon ab, vielleicht mal zu schauen, ob sich nicht zusätzlich was Schönes für den Feierabendtisch findet.
Nun zum Zweck des heutigen Besuchs: "Nein, tut mir leid. Frische Kaninchenkeulen haben wir nicht", entschuldigt sich die freundliche Fachverkäuferin an der Fleischtheke. "Kucken Sie mal nach, ob da noch welche sind", und sie weist aufs Regal nebenan. Tatsächlich findet sich das Gesuchte. Merkwürdiges Konzept: Käse, dass die Heide wackelt, aber kein frisches Kaninchen?
Fazit: großzügig angelegt, riesige Käseauswahl, wenig Kundschaft, kein Vergleich zum "Perfetto" am Hermannplatz. Better luck next time? - Erstmal ab zur Kasse und raus!
(veröffentlicht auf QYPE, 15.04.2012)



Mittwoch, 4. April 2012

Sprachgeschluder V


... wenn man sich mal so richtig gruseln möchte!